Saab 900

Die Älteren unter euch erinnern sich: Es gab Zeiten, da konnte man eine Automarke bzw. den Autotyp an der Form des Fahrzeugs erkennen. Bei eckigen Kombis wusste man immer, dass es ein Volvo war, einen VW Käfer, Porsche 911, Mercedes Benz /8 oder Citroën DS erkannte man schon als Silhouette am Horizont. Der Saab 900, der bis 1998 gebaut wurde, war ebenfalls ein optisch sehr markantes Auto. Als junger Mensch fand ich ihn hässlich, doch als ich 2000 Artdirector wurde, konnte ich mir kein schöneres und standesgemäßeres Fahrzeug vorstellen und wollte auch so eins haben. Mein Arbeitskollege Falk, ein lustiger und einfallsreicher Grafiker, hatte schon einen in Rot. Ich fand beim Autoscout24 einen gebrauchten in Schwarz, der gut zu sein schien. Das erkannte ich sofort an den hellbraunen Ledersitzen. Ich fuhr von Düsseldorf (wo ich arbeitete) nach Köln (wo das Auto abzuholen war) und unterwegs auf der A57 machte ich kurz Rast. Beim Händeabtrocknen fiel mein Blick auf das Schild des Handtrockners: Das Gerät war von der Firma Saaby Jørgensen. Das musste ein Omen sein! Und tatsächlich: Mit meinem neuen (alten) Saab habe ich viele tolle Abenteuer erlebt, zu 50 Prozent auf der Straße und zu 50 Prozent in der Werkstatt.

Der Saab ist längst auf dem Schrottplatz, doch neulich habe ich wieder so einen Handtrockner gesehen, und diesmal konnte ich ihn auch fotografieren. Was mir erst jetzt auffällt: seine Form erinnert sehr an den Saab. Ausgeprägte, eigenwillige Formen sind etwas Tolles, sie können den Produkten eine Seele verleihen. Da müssen wir wieder hin, liebe Gestalter, Designer, Formgeber!

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