Mondlandung

© Jörg Scholz 2019

Am kommenden Sonntag ist es 50 Jahre her, dass zum ersten Mal ein Mensch den Mond betreten hat. Saß ich damals auch am Fernseher? Mit einem halben Jahr? Wurde das überhaupt live übertragen? Ich muss mal meine Mutter fragen (links im Bild).

Anleitung für Oma

Ich habe meine 90-jährige Mutter überredet, sich noch mal ein halbwegs aktuelles Smartphone zuzulegen, um so besser mit ihren Kindern und Enkeln kommunizieren zu können. Ich hatte ursprünglich keine Bedenken, dass sie damit zurecht kommt, zumindest was die wichtigsten Funktionen angeht. Sie selbst sieht das anders und hat sich von überall die Bestätigung geholt, dass ein IPhone für eine Seniorin nicht das Richtige ist. Das hat meinen Ehrgeiz zusätzlich angestachelt und meine Tochter (14) und ich haben uns vorgenommen, dass wir Oma das schon beibringen mit der modernen Kommunikation. Man stellt dann relativ schnell fest, dass Dinge, die für unsere Generation selbstverständlich sind (und für die jüngeren Generationen erst recht) für ältere Menschen eine scheinbar unüberwindbare Hürde darstellen. Meine Tochter hat versucht, sich in die Lage eines Senioren hineinzuversetzen und dann für ihre Oma eine IPhone-Anleitung angefertigt. Mal sehen, wie meine Mutter darauf reagiert … In meinen Augen ist das Ergebnis jedenfalls sehr gelungen.

Sesamstraße

Genau wie ich und der Caran d’Ache 849 feiert auch die Sesamstraße in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Es war die erste Fernsehsendung, die ich als Kind sah, vielleicht sogar mein erster Kontakt mit Kultur überhaupt (abgesehen vom Vorlesen) und sie prägte mein ästhetisches Empfinden über Jahre. Hier mein Lieblingssong aus der Sesamstraße, sehr melancholisch, aber wunderschön: Tausendfuß.

Muito obrigado por tudo

Die Musik von João Gilberto hat mich viele Jahre meines Lebens begleitet: beim Autofahren, Träumen, verliebt sein, den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings, den ersten fallenden Blättern im Herbst und ganz viel auch beim Arbeiten. Er war ein seltsamer Typ, der sich irgendwann in den 1950er Jahren wochenlang im Haus seiner Schwester eingeschlossen hatte und als er wieder herauskam, hatte er den Bossa Nova erfunden. Komponiert haben die Songs ja andere, er hat sie „nur“ gesungen und dazu Gitarre gespielt. Aber das hat er so behutsam und so freundlich getan, dass das Hören dieser Songs bei mir fast wie Medizin wirkte. Jetzt ist er mit 88 Jahren gestorben. (Die Zeichnung oben ist leider unvollständig. Meine Kugelschreibermine, die ich letzte Woche noch gelobt hatte, ist nun doch versiegt.)

Der Anschubser

Eindeutiger Titel, unmissverständliche Aufforderung …

Es gibt Menschen, die lernen am besten in einem Klassen- oder Seminarraum mit einem Lehrer aus Fleisch und Blut, andere schauen sich gerne Video-Tutorials an. Ich gehöre zu der Sorte, die besonders gut von Büchern lernen können. Wenn mich ein Thema interessiert und ich ein gut gemachtes Buch dazu finden kann, tauche ich in die Materie ein und sauge die neuen Informationen förmlich auf. Im Blog meiner geschätzten Kollegin Gudrun Wegener auf ihrer Website Achtung Designer wurde mir einst Austin Kleon und sein Buch „Alles nur geklaut“ (Steal like an artist) empfohlen (hier die Besprechung von Gudrun). Austin Kleon ist laut eigener Angabe ein „zeichnender Schriftsteller“, verfasst selbst einen beachtenswerten Blog und hat nach „Alles nur geklaut“ noch zwei Bücher zu ähnlichen Themen veröffentlicht. Eins davon hat mich zum Bloggen gebracht und mir klargemacht, dass Social Media nicht nur Lebenszeit verbrennen, sondern auch Spaß machen und nützlich sein kann. „Show your work“ liefert eine Strategie (oder mehrere?), wie man als kreativ schaffender Mensch Beachtung für seine Arbeit findet. 

Das Einfachste heutzutage ist: man nutzt die modernen Medien und ihre entsprechenden Plattformen, um etwas von sich zu zeigen. Wieviel das ist, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Ich bin noch blutiger Anfänger, weiß noch gar nicht, wohin mich mein Blog führen wird, ob er überhaupt eine Zukunft hat, aber das kann ich auf jeden Fall schon sagen: Das Bloggen hat mich ein Stück weiter in den kreativen Flow gebracht, es sorgt dafür, dass ich am Ball bleibe, mit noch offeneren Augen durch die Welt gehe und bewusster arbeite. Und wenn mir eines Tages ein junger Mensch sagen würde, dass meine Beiträge ihn irgendwie inspiriert oder auf eine andere Art weitergebracht haben, würde mich das sehr glücklich machen.

Happy Birthday, altes Gerät!

Mein Modell 849

Bis gestern dachte ich, ich würde mit meinem Kugelschreiber der Marke Caran d’Ache, Modell 849, deswegen so gerne schreiben und zeichnen weil er so gut in der Hand liegt, schön aussieht, saubere Linien produziert, leichtgängig ist und seine Mine niemals zu versiegen scheint. Nun weiß ich, was uns darüber hinaus verbindet: Wir sind beide gleich alt. Und wir beide funktionieren seit vielen Jahren erstaunlich gut und zuverlässig. Allerdings: er ist grau, ich noch nicht. Lass uns auch in Zukunft zusammenarbeiten und noch viele schöne, lustige, interessante Dinge notieren, scribbeln, kritzeln, Modell 849!

P.S.: Viele Menschen und Dinge, die mir etwas bedeuten, werden in diesem Jahr 50. Darüber zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Auflösung der Preisfrage aus dem letzten Beitrag: Das Licht im zweiten Foto passt überhaupt nicht zur Aussage. Es sieht kalt aus. Das Foto habe ich am Morgen gemacht, als die Sonne noch auf der anderen Seite des Hauses stand.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Zahlen

Es ist warm in Deutschland. Das hat Vor- und Nachteile. Schlecht ist das Wetter unseren Küchen-Kerzen bekommen. Das Tolle daran: Dieses Bild alleine reicht, um auszudrücken, dass es wirklich richtig warm ist. Man könnte sogar sagen: heiß. Das schaffen sonst – eher schlecht als recht – nur Fotos von überfüllten Badeseen oder Thermometern mit langer Quecksilbersäule. Mit dem Kerzenbild möchte ich heute illustrieren, dass ein Foto auch eine Form von Informationsdesign sein kann. Die „wissenschaftliche“ Art, etwas über das momentane Wetter zu sagen, wäre: An der Messstation Köln-Bonner-Flughafen wurden am 26. Juni 2019 um 14 Uhr 35,8 Grad Celsius gemessen. Das ist eine sehr kopflastige Art von Information. Man muss viel lesen, die Zahlen interpretieren und mit den eigenen Erfahrungen vergleichen. Die Kerzen zeigen in einer Hundertstel Sekunde: in dieser Küche war es fast so heiß wie Feuer. Wow. 

Ich wollte ursprünglich ein anderes Foto nehmen, nämlich dieses hier, das ich eigentlich schöner finde:

Preisfrage an die Leserschaft dieses Blogs: Was hat mich an diesem Bild gestört, warum habe ich das weniger schöne Foto als „Key-Visual“ gewählt? Die Auflösung folgt im nächsten Beitrag!

The Big Draw

Ich sage es ja immer wieder: Zeichnen ist eine sinnvolle, praktische, nützliche, befriedigende, wohltuende Tätigkeit. Die Fähigkeit zu zeichnen kann man lernen und sollte daher unbedingt an Schulen gelehrt werden (zusätzlich zu den sonst eher kopflastigen Lernfächern). Gerade noch rechtzeitig, bevor ich selbst einen entsprechenden Feldzug starten konnte, erfuhr ich von „The Big Draw“, einem weltweiten Festival, das das Zeichnen feiert. Seinen Ursprung hat es, wie so viele andere coole Dinge, in England. Ich zitiere:

The Big Draw wurde im Jahr 2000 gegründet und ist eine gemeinnützige Organisation für Kunsterziehung, die die visuelle Kompetenz und die universelle Zeichensprache als Werkzeug für Lernen, Ausdruck und Erfindung fördert. (…) Die Organisation unterstützt Künstler durch den John Ruskin-Preis und eine dazugehörige Ausstellung. Regelmäßige Veranstaltungen, Auszeichnungen und Wettbewerbe schaffen Plattformen für jeden, der zeichnen möchte. The Big Draw begleitet das ganze Jahr über Forschungsprojekte, Kampagnen und Bildungskonferenzen zu den Themen „visuelle Alphabetisierung“, „digitale Technologie“ und das „STEAM-Konzept“. Durch die Zusammenarbeit mit Kultur- und Bildungsorganisationen, politischen Entscheidungsträgern und Unternehmen zeigt The Big Draw die sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Vorteile auf, die das Zeichnen mit sich bringen kann, und bietet jedem die Möglichkeit, darauf zuzugreifen.

In diesem Jahr ist das Motto „Creativity and Wellbeing“. Das gefällt mir besonders gut, denn den Zusammenhang zwischen Kreativität und Wohlbefinden kann ich zu 100 Prozent bestätigen. Die Veranstaltungen finden das ganze Jahr über statt, das Hauptfestival ist vom 1. bis zum 31. Oktober. Leider scheint sich das Programm hauptsächlich auf England zu beschränken, mit ein paar Ausreißern in den USA, Prag, Norwegen und Griechenland. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! Vielleicht (hoffentlich!) breitet sich die Idee noch weiter aus, zum Beispiel in Deutschland. Hier noch mal der Link zur Festival-Website: www.thebigdraw.org.

Yesterday at Apple

© Jörg Scholz

Gestern habe ich zusammen mit meiner 14-jährigen Tochter zwei der „Today at Apple“-Workshops im Kölner Apple Store besucht. Erst „Procreate-Grundlagen“, dann „Baumhäuser zeichnen“. Die beiden Mitarbeiter namens Flo und Chris waren freundlich und locker, wie es nunmal bei Apple üblich ist, die Atmosphäre im Apple Store laut, aber angenehm und die Klimaanlage gefiel mir bei der Hitze auch ziemlich gut. Wir beide waren die einzigen Teilnehmer, was vielleicht der Uhrzeit und den hochsommerlichen Temperaturen geschuldet war. Aber so konnten die Workshopleiter ganz individuell auf uns eingehen. Natürlich kann man in der kurzen Zeit nicht in die Tiefe gehen, trotzdem war die Erfahrung sehr intensiv.

Der Baumhaus-Workshop wurde zusammen mit dem Architekturbüro Foster + Partners entwickelt, das unter anderem die Apple-Stores konzipiert. In einem Einspielvideo erzählt Narinder Sagoo, Senior Partner und Art Director bei Foster + Partners, etwas zum Thema Zeichnen, über die Verbindung des Zeichners/Gestalters zur Natur und betont den Auftrag von Architekten und Designern, mit ihrer Arbeit den Menschen Gutes zu tun. Und natürlich ging es auch um das Entwerfen von Baumhäusern und wie er selbst dabei vorgeht. Was er sagt und wie er es sagt, das fand ich sehr inspirierend. Hier ein Interview mit ihm über das Zeichnen an sich und darüber, wie er bereits morgens in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit sein iPhone (und seinen Daumen!) benutzt, um sich mit Porträts der anderen Reisenden „warmzuzeichnen“.

Wir selbst sollten auch ein Baumhaus entwerfen und es mit der App „Procreate“ am IPad zeichnen, wofür wir ca. 45 Minuten Zeit hatten. Davon war ich leicht überfordert. Das zeichnerische Ergebnis ist dann auch nicht besonders gut geworden, aber der Workshop hat Spaß gemacht und meine Tochter und mich auf neue Ideen gebracht.

Ach, Angela …

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Stiftungsreport

Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte vergangene Woche Köln und trug sich bei der Gelegenheit in das Goldene Buch der Stadt ein. Aus diesem Anlass hier noch einmal eine andere Szene mit Frau Merkel und einem Buch. In der Hand hält sie ein Exemplar des Stiftungsreports vom Bundesverband Deutscher Stiftungen, den ich 10 Jahre bzw. 10 Ausgaben lang gestalten durfte. Falls Sie das hier jetzt lesen, Frau Merkel: Hatten Sie eigentlich auch mal ins Buch hineingeschaut? Wenn nicht, finden Sie hier einen sehenswerten Einblick in meine Arbeit für den Stiftungsreport.

Bei einer Veranstaltung eines anderen Kunden von mir, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, habe ich Frau Merkel auch mal „live“ erlebt. Und Hannelore Kohl bin ich mal am Messestand von Canon bei der Cebit in Hannover gegenüber gestanden.