Don‘t show esels!

Gestern waren wir mit Heidi und Gilberte unterwegs, zwei Eseln. Wer schon mal mit Eseln unterwegs war weiß, dass man ein bisschen Zeit dafür mitbringen sollte …

Vor Jahren war ich beruflich in Marrakesch. Ich war als Artdirector mit einem Filmteam unterwegs, um TV-Spots für unsere Marokko-Reisekampagne zu drehen. Wir hatten verschiedene Drehorte, diesmal waren die Souks in der Altstadt von Marrakesch an der Reihe. Dort läuft alles seit Jahrhunderten genau gleich ab, die gleichen Handwerker, die gleichen Kaufleute, die gleichen Wege, die von den Menschen zurückgelegt werden. Die Aufregung war also groß, als wir für eine Szene eine Gasse sperren mussten und die Bewohner einen Umweg von einer Gasse in Kauf nehmen mussten. Ein weiteres Hindernis war der Anspruch des anwesenden Vertreters des marokkanischen Tourismusministeriums, sein Land so modern wie möglich zu präsentieren. Das war in dieser mehr als traditionellen Umgebung schwierig bis unmöglich bzw. widersprach unserem Ziel, das Land möglichst pittoresk darzustellen. Uns gefielen z.B. die Eselskarren, die dort immer noch ein gebräuchliches Fortbewegungsmittel sind. Monsieur Jorio wies uns jedoch an: „Don‘t show Esels!“ (eigentlich sprach er sehr gut Englisch und Deutsch, er war aber ein bisschen aufgeregt). Der Spot wurde trotzdem schön. Und überhaupt: die ganze Produktion war sehr spannend in diesem nahen und doch sehr fremden Land.

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