Design Award

Mein Wettbewerbsbeitrag für Children e.V.

Ich nehme eher ungern an Wettbewerben teil, aber dieser hier und seine Themen liegen mir am Herzen, und deshalb habe ich mitgemacht. Es geht um Anzeigen für Organisationen, die sich für Tiere, Menschen, Umwelt, Soziales einsetzen. Es gibt eine Fachjury und ein Publikumsvoting. Die Voting-Seite von Flyeralarm findet man hier. Falls jemand voten will: Man hat nur eine Stimme. Und wer diese meinem Beitrag geben möchte – gerne, bitte hier klicken. Weil so eine Anzeige ja für sich sprechen sollte, sage ich mal nichts weiter dazu. Weil es so gut lief, habe ich zu jedem der vier Themen bzw. Organisationen einen Beitrag entworfen, für Peta hatte ich sogar zwei, die ich gut fand.. Und einer davon müsste den Lesern dieses Blogs eigentlich bekannt vorkommen, denn von der Idee dahinter habe ich schon mal geschrieben. Hier die anderen Beiträge (für die man übrigens auch voten kann, einfach nach „Joerg Scholz“ suchen):

(R)einer geht, eine kommt

© Jörg Scholz 2019

Der Mensch, mit dem ich in meinem Leben am längsten zusammengearbeitet habe, wurde in dieser Woche in den Ruhestand verabschiedet. Direktor Reiner Klingholz verlässt nach 16 Jahren das Berlin-Institut. Bei der Abschiedsfeier gestern Abend in Berlin hatte ich die Ehre, dabeizusein. Unter dem Motto „(R)einer geht, eine kommt“ (denn es gibt eine Nachfolgerin) gab es ein offizielles Programm mit interessanten Vorträgen unter anderem von Ex-Minister Franz Müntefering. Auch eine Festschrift wurde veröffentlicht, von der ich nicht nur das Layout fabriziert habe, sondern in der ich auch mit einem Beitrag vertreten bin. Die ganze Festschrift zum Download auf der Seite des Berlin-Instituts.

Ich wurde gestern immer wieder gefragt, wie es überhaupt zu der Zusammenarbeit zwischen dem Berlin-Institut und mir kam. Das war so: Als ich mich im Jahr 2003 nach vielen Jahren in der Werbung selbstständig machte, war ich auf der Suche nach interessanten Kunden. Besonders interessant fand ich jene, die sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Natur oder hochwertige Lebensmittel beschäftigten. Und wie das manchmal so ist, stieß ich auf ein Projekt, bei dem all das zusammenkam: In der GEO gab es einen Aufruf zur Mitarbeit an einem Projekt zum Thema „Vermarktung von Wildkaffee aus Äthiopien“. Ich meldete mich bei GEO, GEO meldete sich bei mir. Am Telefon war der Initiator des Projekts, Reiner Klingholz. Wir trafen uns in Hamburg und Reiner erzählte mir von diesem und anderen seiner unzähligen Projekte. Ich versprach ihm, mir Anzeigen für „GEO schützt den Regenwald“ auszudenken, was ich in den Wochen danach auch tat – ohne meine Arbeit zu berechnen. Die Anzeigen kamen gut an und wurden veröffentlicht. Kurz danach begann Reiner seinen neuen Job als Direktor des Berlin-Instituts. Und ich erhielt den ersten, harmlosen Auftrag, ein neues Logo zu entwickeln. Dann kam der Rest des Corporate Designs (das nahezu unverändert bis heute Bestand hat). Dann das Layout von „Deutschland 2020“. Diese Studie schlug ein wie eine Bombe, das Berlin-Institut wurde schlagartig berühmt. Und so erhielt ich über all die Jahre immer wieder neue Aufträge. Die Zusammenarbeit mit Reiner und seinem häufig wechselnden Team klappte trotz der räumlichen Distanz sehr gut. Aber es war auch schön, gestern mal wieder den „echten“ Menschen gegenüberzustehen.

An dieser Stelle möchte ich noch mal meinen Dank für die tolle Zusammenarbeit ausdrücken. Es hat Spaß gemacht, ich habe viel gelernt und sogar ein klitzekleines Bisschen dazu beigetragen, dass sich die Dinge in Deutschland und dem Rest der Welt zum Positiven verändern. Was will man mehr?

Veggie Day

Neulich besuchte ich mit meiner sechsjährigen Tochter, die sich sehr für Pferde interessiert, den Pferdestall in unserer Nähe. Sie hatte ein paar Möhren dabei, um die Tiere zu füttern. Sie fragte die Besitzerin eines Pferdes mit einem männlichen Pferdenamen (das Pferd, nicht die Besitzerin!) um Erlaubnis, ihm eine Möhre anzubieten. Sie durfte, hatte allerdings großen Respekt vor dem gigantischen Tier. Der Hengst war in meinen Laien-Augen ein besonders groß geratenes Exemplar. Er nahm dann ganz vorsichtig nur mit seinen Lippen (heißt bei Pferden bestimmt anders) die Möhre aus der Hand des kleinen Mädchens. Die Besitzerin erklärte meiner Tochter, dass Pferde ja immer nur Pflanzennahrung fressen. Dieser Koloss von mehr als einer halben Tonne hatte sein Körpergewicht also allein durch vegetarische Nahrung aufgebaut! Das gleiche gilt für Gorillas, die ja auch mehrere hundert Kilo erreichen können: reine Pflanzenfresser! Und so habe ich mir gedacht, das wäre doch eine 1a-Kampagne für vegetarische Ernährung (siehe Zeichnungen, links ist ein Gorilla, rechts ein Pferd). Man sieht das prachtvolle, muskulöse Tier wie es gerade etwas tut, für das man wirklich viel Kraft braucht. Dazu die Headline. Fertig. Keiner wird jemals mehr Fleisch essen.

Ach, Angela …

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Stiftungsreport

Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte vergangene Woche Köln und trug sich bei der Gelegenheit in das Goldene Buch der Stadt ein. Aus diesem Anlass hier noch einmal eine andere Szene mit Frau Merkel und einem Buch. In der Hand hält sie ein Exemplar des Stiftungsreports vom Bundesverband Deutscher Stiftungen, den ich 10 Jahre bzw. 10 Ausgaben lang gestalten durfte. Falls Sie das hier jetzt lesen, Frau Merkel: Hatten Sie eigentlich auch mal ins Buch hineingeschaut? Wenn nicht, finden Sie hier einen sehenswerten Einblick in meine Arbeit für den Stiftungsreport.

Bei einer Veranstaltung eines anderen Kunden von mir, dem Rat für Nachhaltige Entwicklung, habe ich Frau Merkel auch mal „live“ erlebt. Und Hannelore Kohl bin ich mal am Messestand von Canon bei der Cebit in Hannover gegenüber gestanden. 

Perfektes Design

Ein kleines Vogelnest auf dem Waldboden, geflochten aus Zweigen, Moos, Hunde- und Pferdehaaren, Kunststoff.
© Jörg Scholz 2019

Beim Gassigehen im Stadtwald haben wir dieses Vogelnest entdeckt. Die Vogelfamilie brauchte es anscheinend nicht mehr, denn es lag auf dem Boden. Meine Frau, meine Kinder und ich haben es als Kunstwerk der Natur bestaunt. Eigentlich ist es ein perfektes Designobjekt. Seine Gestaltung ist in erster Linie funktional: Es ist ca 10 Zentimeter im Durchmesser groß, bietet damit Platz für das ganze Gelege plus brütender Mutter. Es ist gut isoliert und schützt durch seine Bauweise vor Kälte und anderen Widrigkeiten der Natur. Verbaut wurde alles, was der Wald und seine Bewohner bzw. Besucher hergaben: Zweige, Moos, Wollfäden, Hunde- und Pferdehaare, Kunststoff … Upcycling in Reinkultur! Nachdem die Familie das Nest nicht mehr brauchte, hat sie es wieder der Natur zur Verfügung gestellt – ein Muster an Nachhaltigkeit. Obwohl die Vogelfamilie das wahrscheinlich nicht geplant hatte, ist das Nest auch wunderschön. Und so ist das mit der Schönheit von Dingen: sie entsteht automatisch, wenn die anderen Kriterien erfüllt werden. Und auch andersherum funktioniert das: schöne Dinge sind oft funktional und nachhaltig. So sollte die Arbeit eines guten Designers aussehen. Oder eines guten Architekten.

Vor Jahren habe ich mit meinem Freund Peter, der zu der Zeit noch Architektur studierte, an einem Wettbewerb teilgenommen. Es ging darum, Anzeigen für Architekten zu gestalten. Das Werbeverbot für Architekten wurde damals gerade gelockert und man suchte nach adäquaten Formen für die neue Werbefreiheit. Unser Konzept sah so aus, dass wir Bilder aus der Natur Gebäuden oder Gebäudeteilen gegenüberstellten, die diesen ähnelten. Eins davon war ein Vogelnest. Wir gewannen den Wettbewerb und damit 500 Mark. Und weil mir das schon mal Glück gebracht hat, beginne ich auch meinen neuen Blog mit einem Vogelnest.