Anleitung für Oma

Ich habe meine 90-jährige Mutter überredet, sich noch mal ein halbwegs aktuelles Smartphone zuzulegen, um so besser mit ihren Kindern und Enkeln kommunizieren zu können. Ich hatte ursprünglich keine Bedenken, dass sie damit zurecht kommt, zumindest was die wichtigsten Funktionen angeht. Sie selbst sieht das anders und hat sich von überall die Bestätigung geholt, dass ein IPhone für eine Seniorin nicht das Richtige ist. Das hat meinen Ehrgeiz zusätzlich angestachelt und meine Tochter (14) und ich haben uns vorgenommen, dass wir Oma das schon beibringen mit der modernen Kommunikation. Man stellt dann relativ schnell fest, dass Dinge, die für unsere Generation selbstverständlich sind (und für die jüngeren Generationen erst recht) für ältere Menschen eine scheinbar unüberwindbare Hürde darstellen. Meine Tochter hat versucht, sich in die Lage eines Senioren hineinzuversetzen und dann für ihre Oma eine IPhone-Anleitung angefertigt. Mal sehen, wie meine Mutter darauf reagiert … In meinen Augen ist das Ergebnis jedenfalls sehr gelungen.

Ein Bild sagt mehr als 1000 Zahlen

Es ist warm in Deutschland. Das hat Vor- und Nachteile. Schlecht ist das Wetter unseren Küchen-Kerzen bekommen. Das Tolle daran: Dieses Bild alleine reicht, um auszudrücken, dass es wirklich richtig warm ist. Man könnte sogar sagen: heiß. Das schaffen sonst – eher schlecht als recht – nur Fotos von überfüllten Badeseen oder Thermometern mit langer Quecksilbersäule. Mit dem Kerzenbild möchte ich heute illustrieren, dass ein Foto auch eine Form von Informationsdesign sein kann. Die „wissenschaftliche“ Art, etwas über das momentane Wetter zu sagen, wäre: An der Messstation Köln-Bonner-Flughafen wurden am 26. Juni 2019 um 14 Uhr 35,8 Grad Celsius gemessen. Das ist eine sehr kopflastige Art von Information. Man muss viel lesen, die Zahlen interpretieren und mit den eigenen Erfahrungen vergleichen. Die Kerzen zeigen in einer Hundertstel Sekunde: in dieser Küche war es fast so heiß wie Feuer. Wow. 

Ich wollte ursprünglich ein anderes Foto nehmen, nämlich dieses hier, das ich eigentlich schöner finde:

Preisfrage an die Leserschaft dieses Blogs: Was hat mich an diesem Bild gestört, warum habe ich das weniger schöne Foto als „Key-Visual“ gewählt? Die Auflösung folgt im nächsten Beitrag!

Die Vögel

Irgendwie ist das gerade der Monat der Vögel für mich, und da passt es doch ganz gut, wenn ich noch mal ein Motiv zeige, dass ich mal für eine Ausstellung im Rahmen des Kölner Popdesign-Festivals gemacht habe. Meine Ausstellung hieß „POPulation“ und es ging um den interessanten Stadtteil Ehrenfeld, wo ich zu der Zeit wohnte und arbeitete. Prägend für diesen Stadtteil ist das Thema „Vielfalt“: Menschen aus über 140 unterschiedlichen Herkunftsländern, aller Schichten und Altersklassen kommen zusammen. (Die komplette Ausstellung ist hier dokumentiert.) Doch die Vielfalt zeigt sich auch an anderer Stelle. Bei dem gezeigten Motiv handelt es sich um ein Poster, das alle Vogelarten aufzählt, die auf dem Kölner Melatenfriedhof dauerhaft oder zeitweise leben. Ich wusste schon vorher, dass da einiges zusammenkommen würde, als ich aber vom Nabu die vollständige Liste erhielt, musste ich sogar meinen urspünglichen Entwurf verwerfen, weil das einfach nicht gepasst hätte. Meine Frau Aline kam auf die Idee mit der Silhouette, die dann auch schnell umgesetzt war.