Design Award

Mein Wettbewerbsbeitrag für Children e.V.

Ich nehme eher ungern an Wettbewerben teil, aber dieser hier und seine Themen liegen mir am Herzen, und deshalb habe ich mitgemacht. Es geht um Anzeigen für Organisationen, die sich für Tiere, Menschen, Umwelt, Soziales einsetzen. Es gibt eine Fachjury und ein Publikumsvoting. Die Voting-Seite von Flyeralarm findet man hier. Falls jemand voten will: Man hat nur eine Stimme. Und wer diese meinem Beitrag geben möchte – gerne, bitte hier klicken. Weil so eine Anzeige ja für sich sprechen sollte, sage ich mal nichts weiter dazu. Weil es so gut lief, habe ich zu jedem der vier Themen bzw. Organisationen einen Beitrag entworfen, für Peta hatte ich sogar zwei, die ich gut fand.. Und einer davon müsste den Lesern dieses Blogs eigentlich bekannt vorkommen, denn von der Idee dahinter habe ich schon mal geschrieben. Hier die anderen Beiträge (für die man übrigens auch voten kann, einfach nach „Joerg Scholz“ suchen):

Beim Barte des Geißbocks!

Wenn man nicht nur Fan des 1. FC Köln ist, sondern auch nur einen Steinwurf vom Stadion entfernt wohnt, kommt man um manche Themen nicht herum. Ganz aktuell ist es (neben dem neuen Trainer, den neu verpflichteten Spielern und der Wiedereinführung von Bierbechern mit Pfand) das Thema Hennes, lebendiges Maskottchen des Vereins. Anfang August ist der vorherige Amtsinhaber Hennes VIII. wegen gesundheitlicher Probleme in den Ruhestand gegangen. Er war ein Publikumsliebling. Jeden, ob Freund oder Gegner, hat er mit seinem Lächeln verzaubert. War er vielleicht zu lieb? Denn erfolgreich war er während der 11 Jahre in Diensten des Effzeh nicht. Einzig erwähnenswert war die Europaleague-Teilnahme in der Saison 2017/18. Doch gleich danach folgte der Abstieg, der zweite mit Hennes VIII. Erfolgloser war nur Hennes VII., der gleich viermal den Abstieg aus der 1. Bundesliga miterleben musste. Um zu analysieren, warum manche Hennes’ erfolgreicher waren als andere, habe ich diese Infografik erstellt. Ein bisschen aus der Reihe tanzt Hennes II., der sehr kindlich daherkommt. Dieser Hennes war auch der mit dem tragischsten Ende: Er wurde von einem Schäferhund zu Tode gebissen (und nicht von Fans von Borussia Mönchengladbach vergiftet, wie damals gerüchteweise vermutet wurde). Alle anderen Hennes’ sehen sich auf den ersten Blick sehr ähnlich. Was bei genauerer Betrachtung jedoch auffällt: alle Loser-Hennes’ haben so gut wie keinen Bart. Insofern haben die FC-Verantwortlichen alles richtig gemacht, indem sie den Geißbock mit dem längsten Bart aller Zeiten verpflichteten. Ich habe ihn mir gestern im Kölner Zoo angeschaut, wo er außerhalb seiner dienstlichen Verpflichtungen seine Zeit verbringt. Er sieht, ehrlich gesagt, nicht annähernd so sympathisch aus wie sein Vorgänger. Er hat einen relativ kleinen Kopf, den erwähnten langen Bart und sehr lange Hörner. Sein erster Einsatz ist heute Abend beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund (er selbst wurde übrigens auch in Westfalen geboren). Dann wird sich zeigen ob der Bart hält, was er verspricht. Come on, Hennes IX.! 

Don‘t show esels!

Gestern waren wir mit Heidi und Gilberte unterwegs, zwei Eseln. Wer schon mal mit Eseln unterwegs war weiß, dass man ein bisschen Zeit dafür mitbringen sollte …

Vor Jahren war ich beruflich in Marrakesch. Ich war als Artdirector mit einem Filmteam unterwegs, um TV-Spots für unsere Marokko-Reisekampagne zu drehen. Wir hatten verschiedene Drehorte, diesmal waren die Souks in der Altstadt von Marrakesch an der Reihe. Dort läuft alles seit Jahrhunderten genau gleich ab, die gleichen Handwerker, die gleichen Kaufleute, die gleichen Wege, die von den Menschen zurückgelegt werden. Die Aufregung war also groß, als wir für eine Szene eine Gasse sperren mussten und die Bewohner einen Umweg von einer Gasse in Kauf nehmen mussten. Ein weiteres Hindernis war der Anspruch des anwesenden Vertreters des marokkanischen Tourismusministeriums, sein Land so modern wie möglich zu präsentieren. Das war in dieser mehr als traditionellen Umgebung schwierig bis unmöglich bzw. widersprach unserem Ziel, das Land möglichst pittoresk darzustellen. Uns gefielen z.B. die Eselskarren, die dort immer noch ein gebräuchliches Fortbewegungsmittel sind. Monsieur Jorio wies uns jedoch an: „Don‘t show Esels!“ (eigentlich sprach er sehr gut Englisch und Deutsch, er war aber ein bisschen aufgeregt). Der Spot wurde trotzdem schön. Und überhaupt: die ganze Produktion war sehr spannend in diesem nahen und doch sehr fremden Land.

Bist du kreativ?

Einer meiner Kunden ist Kulturmanager im Haupt- und Achtsamkeitscoach im Nebenberuf. Oder andersherum. Jedenfalls veranstaltet er Kurse zum Thema „Mindfulness Based Stress Reduction“ (MBSR) nach Jon Kabat-Zinn (www.achtsamkeit-leben.de). Das ist ein interessantes Thema von großer Relevanz in unserer modernen Zeit, in der scheinbar immer mehr Menschen ausbrennen. Ich habe vor ein paar Jahren eins der ersten Bücher von Kabat-Zinn gelesen und dort findet sich auch etwas zum Thema Kreativität. Denn auch diese lässt sich durch Achtsamkeit steigern, weil man nämlich lernt, nicht alles so zu machen, wie man es immer gemacht hat (auch wenn es für einen schädlich war), sondern inne zu halten und so neue Lösungen zu finden. Als kleinen Test im Buch gibt es das sogenannte 9-Punkte-Problem. Die Aufgabe lautet: Verbinde die neun Punkte durch vier gerade Linien, ohne den Stift abzusetzen oder eine vorhandene Linie nochmal nachzuzeichnen. Achtung: Ihr müsst hierzu die neun Punkte vorher auf Papier übertragen 🙂 Auflösung gibt’s im nächsten Beitrag nach der Sommerpause. Nicht schummeln!

Veggie Day

Neulich besuchte ich mit meiner sechsjährigen Tochter, die sich sehr für Pferde interessiert, den Pferdestall in unserer Nähe. Sie hatte ein paar Möhren dabei, um die Tiere zu füttern. Sie fragte die Besitzerin eines Pferdes mit einem männlichen Pferdenamen (das Pferd, nicht die Besitzerin!) um Erlaubnis, ihm eine Möhre anzubieten. Sie durfte, hatte allerdings großen Respekt vor dem gigantischen Tier. Der Hengst war in meinen Laien-Augen ein besonders groß geratenes Exemplar. Er nahm dann ganz vorsichtig nur mit seinen Lippen (heißt bei Pferden bestimmt anders) die Möhre aus der Hand des kleinen Mädchens. Die Besitzerin erklärte meiner Tochter, dass Pferde ja immer nur Pflanzennahrung fressen. Dieser Koloss von mehr als einer halben Tonne hatte sein Körpergewicht also allein durch vegetarische Nahrung aufgebaut! Das gleiche gilt für Gorillas, die ja auch mehrere hundert Kilo erreichen können: reine Pflanzenfresser! Und so habe ich mir gedacht, das wäre doch eine 1a-Kampagne für vegetarische Ernährung (siehe Zeichnungen, links ist ein Gorilla, rechts ein Pferd). Man sieht das prachtvolle, muskulöse Tier wie es gerade etwas tut, für das man wirklich viel Kraft braucht. Dazu die Headline. Fertig. Keiner wird jemals mehr Fleisch essen.

Yesterday at Apple

© Jörg Scholz

Gestern habe ich zusammen mit meiner 14-jährigen Tochter zwei der „Today at Apple“-Workshops im Kölner Apple Store besucht. Erst „Procreate-Grundlagen“, dann „Baumhäuser zeichnen“. Die beiden Mitarbeiter namens Flo und Chris waren freundlich und locker, wie es nunmal bei Apple üblich ist, die Atmosphäre im Apple Store laut, aber angenehm und die Klimaanlage gefiel mir bei der Hitze auch ziemlich gut. Wir beide waren die einzigen Teilnehmer, was vielleicht der Uhrzeit und den hochsommerlichen Temperaturen geschuldet war. Aber so konnten die Workshopleiter ganz individuell auf uns eingehen. Natürlich kann man in der kurzen Zeit nicht in die Tiefe gehen, trotzdem war die Erfahrung sehr intensiv.

Der Baumhaus-Workshop wurde zusammen mit dem Architekturbüro Foster + Partners entwickelt, das unter anderem die Apple-Stores konzipiert. In einem Einspielvideo erzählt Narinder Sagoo, Senior Partner und Art Director bei Foster + Partners, etwas zum Thema Zeichnen, über die Verbindung des Zeichners/Gestalters zur Natur und betont den Auftrag von Architekten und Designern, mit ihrer Arbeit den Menschen Gutes zu tun. Und natürlich ging es auch um das Entwerfen von Baumhäusern und wie er selbst dabei vorgeht. Was er sagt und wie er es sagt, das fand ich sehr inspirierend. Hier ein Interview mit ihm über das Zeichnen an sich und darüber, wie er bereits morgens in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit sein iPhone (und seinen Daumen!) benutzt, um sich mit Porträts der anderen Reisenden „warmzuzeichnen“.

Wir selbst sollten auch ein Baumhaus entwerfen und es mit der App „Procreate“ am IPad zeichnen, wofür wir ca. 45 Minuten Zeit hatten. Davon war ich leicht überfordert. Das zeichnerische Ergebnis ist dann auch nicht besonders gut geworden, aber der Workshop hat Spaß gemacht und meine Tochter und mich auf neue Ideen gebracht.

Schwarzweiße Tiere

Zebra (rechts) und ich (links)

Nach dem Beitrag von vergangener Woche mit den unbeliebten Tieren gab es eine überwältigende Zahl an Nachfragen, ob es nicht auch Fotos gebe, auf denen ich mit beliebten schwarz-weißen Tieren zu sehen bin. Hier sind sie.

Ein Kätzchen, na und?

Ich finde es interessant, wie viele Tiere in Schwarz-Weiß es gibt, neben den gezeigten z.B. Pinguine, Pandabären, Stinktiere, Orcas, die klassische Schwarzbunte Kuh… Ich erinnere mich an eine tolle Kampagnenidee, die Bernd Bücker mal hatte, damals Creative Director und mein Teamchef bei der cayenne Werbeagentur. Canon hatte die Agentur beauftragt, Point-of-Sale-Poster für Schwarzweiß-Drucker zu entwerfen. Diese Geräte hatten sich immer mehr zu Ladenhütern entwickelt, weil Laser-Farbdrucker auf dem Vormarsch waren. Seine Idee: Man zeigte kontrastreiche Schwarzweiß-Fotos von Tieren, deren Fell oder Federkleid nur in diesen beiden Farben gehalten war. Dazu der Spruch „Wozu Farbe?“. Weiter unten in klein der Name und ein Produktfoto des beworbenen Druckers. Ungefähr so wie hier:

Ich weiß nicht mehr, wie die Sache damals ausging, aber ich kann mir vorstellen, dass der Kunde mit den Bildern in dieser Art nicht einverstanden war, weil sie nur eine begrenzte Zahl von Graustufen zeigten und der Drucker mit Sicherheit zu einer „höheren Qualität“ in der Lage war. Eine andere Idee von mir für die Schwarzweiß-Drucker wurde tatsächlich umgesetzt. Hier die Story dazu.

Die Vögel

Irgendwie ist das gerade der Monat der Vögel für mich, und da passt es doch ganz gut, wenn ich noch mal ein Motiv zeige, dass ich mal für eine Ausstellung im Rahmen des Kölner Popdesign-Festivals gemacht habe. Meine Ausstellung hieß „POPulation“ und es ging um den interessanten Stadtteil Ehrenfeld, wo ich zu der Zeit wohnte und arbeitete. Prägend für diesen Stadtteil ist das Thema „Vielfalt“: Menschen aus über 140 unterschiedlichen Herkunftsländern, aller Schichten und Altersklassen kommen zusammen. (Die komplette Ausstellung ist hier dokumentiert.) Doch die Vielfalt zeigt sich auch an anderer Stelle. Bei dem gezeigten Motiv handelt es sich um ein Poster, das alle Vogelarten aufzählt, die auf dem Kölner Melatenfriedhof dauerhaft oder zeitweise leben. Ich wusste schon vorher, dass da einiges zusammenkommen würde, als ich aber vom Nabu die vollständige Liste erhielt, musste ich sogar meinen urspünglichen Entwurf verwerfen, weil das einfach nicht gepasst hätte. Meine Frau Aline kam auf die Idee mit der Silhouette, die dann auch schnell umgesetzt war.

Tauben – Delfine der Lüfte

© Jörg Scholz

Heute ist Tag der Umwelt. Daher folgt ausnahmsweise ein Beitrag, der mit Tieren zu tun hat.

Die Überschrift ist der Name eines früheren Bühnenprogramms des wahnwitzigen bzw. wahnsinnig witzigen Komikers FiL. Normalerweise werden Tauben im Volksmund abwertend als „Ratten der Lüfte“ bezeichnet, was klarmacht: Sie haben ein sehr schlechtes Image. Wie diese anderen unbeliebten Tiere: Ratten, Würmer, Spinnen, Mäuse, Wölfe, Quallen oder Haie. Aber auch Elstern. Sie gelten als „diebisch“, sie holen die Eier aus den Nestern von süßen anderen Vögeln, der Aberglaube meint gar, dass es sich um Todesboten handele. Ich war bisher ehrlich gesagt auch kein Fan dieser schwarz-weißen Rabenvögel. Ich bin eher so der Singvogel-Typ. Bis Ella in unser Leben trat bzw. flatterte. Dieser Vogel saß letzte Woche ganz unvermittelt auf unserem Terrassengeländer und sperrte den Schnabel weit auf, als er mich erblickte. Als dreifacher Vater erkannte ich gleich: Das ist ein Baby. Und es ist hungrig. Wir gaben ihr Katzenfutter. Seitdem besucht Ella uns regelmäßig. Alle in der Familie haben sie ins Herz geschlossen.

Was Ella gerade auf eigene Faust tut, wollte ich auch schon immer mal machen: Imagewerbung für unbeliebte Tiere. Ella die Elster macht das mit ihrem Charme, ich würde dafür z.B. 18/1-Plakate verwenden.

Armer Fisch!

© Tim Samuel

Dieses Foto von einer Qualle, die sich einen Fisch einverleibt hat, macht seit einiger Zeit die Runde im Internet. Dem australischen Fotografen Tim Samuel ist dieses spektakuläre Bild in der Byron Bay an der Ostküste Australiens geglückt. Jahre zuvor ist mir etwas ganz Ähnliches passiert:

© Canon

Ich arbeitete als „Art Supervisor“ bei der Werbeagentur cayenne in Düsseldorf. Wir waren als Kreativteam unter anderem für den Kamerahersteller Canon zuständig. Digitalkameras waren ein großes Thema und nun ging es um digitale Unterwasserfotografie. Canon hatte transparente Gehäuse für fast jedes seiner Kameramodelle entwickelt, die bis zu einer gewissen Tiefe wasserdicht waren. Sie sollten als Beileger in Fachzeitschriften beworben werden. Ich dachte mir zwei Dinge aus. Für die Titelseite haben wir einen Fisch in ein Unterwassergehäuse „eingesperrt“ (Bildbearbeitung: Stefan Kranefeld) und damit ohne Worte bereits alles gesagt, was zu sagen war. Im Innenteil der Broschüre gab es noch ein Poster mit verschiedenen tropischen Fischarten und dazwischen, als besonders exotische Meeresobjekte, die Unterwassergehäuse von Canon. Die Broschüren waren so erfolgreich, dass sie mehrmals nachgedruckt wurden.